#Twitteratur – Evas walisisches Tagebuch

#Twitteratur – am Samstag twittere ich dazu während der Frankfurter Buchmesse

Warum Twittern? Lässt sich Literatur in 140 Zeichen pressen? Dann müsste man sich zuerst fragen – was ist Literatur? Ist zwangsläufig Literatur, was zwischen zwei Buchdeckeln in Form gebracht wurde? Ich wurde vom SRF zur Twitteratur interviewt und gefragt, was den Reiz des Twitterns ausmacht.

Bisher habe ich Twitter als Informationsmedium genutzt. Als ich gefragt wurde, ob ich bei #Twitteratur mitmachen möchte, fand ich die Idee erst einmal befremdlich (eigentlich schreibe ich Romane, die mindestens 400 Seiten lang sind), andererseits schreibe ich auch über Gegenwartskunst und bin grundsätzlich offen für neue Kunstformen. #Twitteratur setze ich nicht in direkten Vergleich mit Literatur – was auch immer man darunter verstehen mag. Ich finde Sprache im weitesten Sinne faszinierend – übrigens auch Dialekte – meine Interviewerin sprach sehr hübsches Schwiizerdütsch.

Was also ist reizvoll an 140 Zeichen? Sie begrenzen und befreien zugleich. Sie zwingen mich, die Gedanken zu verdichten und das verändert zwangsläufig die Sprache. Einzelne Wörter gewinnen an Gewicht, müssen ausdrücken, was sonst in einer Szene oder einem Absatz erzählt wird.

Ich bin nicht auf der Frankfurter Buchmesse unterwegs – meine Kollegen haben spontane, humorige, sinnige Beiträge mit spitzer Feder getwittert. Gedanklich bewege ich mich derzeit in Wales, meiner zweiten Heimat. Und deshalb wird am Samstag Eva an meiner Stelle twittern – Eva ist Eventmanagerin, die sich eine Auszeit nimmt, weil Events ihr Leben bestimmen, ihr Leben aber kein Event ist. Wales für ein Jahr – Eva mietet sich im Cottage ihrer Freundin Moni ein und twittert, was sie in Wales erlebt.

Ach, Eva, ich beneide dich um deine Zeit in Wales und bin gespannt, was du uns erzählst…